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Du hast die Beweise. Du hast Recht. Und kannst trotzdem nicht schlafen.

vor 3 Stunden
3 Min. Lesezeit

Vor einige Jahren bekam ich eine Nachforderung meines Gasanbieters: über 2.000 Euro sollte ich nachzahlen. Ich hatte gute Belege, das die Berechnung ein Fehler sein musste. Am Ende bekam ich sogar recht – der Anbieter musste mir das Geld zurückzahlen, statt umgekehrt.


Trotzdem konnte während der zwei Wochen, die die Klärung dauerte nur schlecht schlafen. Ich ging in einen regelrechten Kampfmodus. Und ausgerechnet in dem Moment, in dem ich ruhig hätte bleiben müssen, um meine Belege und Argumente sauber zu ordnen, war ich dazu kaum in der Lage.


Im Rückblick ist genau das der auffällige Punkt: Ich hatte die besseren Karten. Trotzdem konnte ich sie nicht ruhig nutzen – etwas in mir reagierte, als stünde weit mehr auf dem Spiel als eine klärbare Rechnung. Von außen hätte man das vielleicht als Überreaktion gelesen. Aus heutiger Sicht war es etwas anderes.



Vielleicht kennst du eine eigene Version davon: eine Situation, in der du eigentlich wusstest, was Sache ist, im Recht warst oder die Lage im Griff hattest – und dein Körper trotzdem reagierte, als ginge es um mehr, als würde dir genau das, was du eigentlich sicher wusstest, plötzlich entgleiten.


Wenn du das kennst, dann war das, was in mir ablief, kein Zufall und keine Charakterschwäche. Es war mein Nervensystem, das ein altes Reaktionsmuster abgespielt hat – eine Reaktion, die aus heutiger Sicht in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Situation stand. Genau das ist eine der Arten, wie sich Traumafolgen zeigen: nicht als Erinnerung an ein Ereignis, sondern als Reaktion in der Gegenwart, die stärker, schneller oder hartnäckiger ist, als die aktuelle Lage es eigentlich braucht.


Die folgenden zwei Fragen sollen dir dabei helfen herauszufinden, ob du ein ähnliches Muster bei dir selbst erkennst – ein Nervensystem, das in bestimmten Momenten nicht mehr angemessen reagiert, sondern nach einem alten Programm.


Zwei Fragen, um ein altes Reaktionsmuster zu erkennen

Erste Frage: Gibt es eine Situation, in der du eigentlich wusstest, was richtig oder wahr war – und trotzdem nicht ruhig danach handeln konntest? Such dir ein konkretes Bild: eine Rechnung, eine Nachricht, ein Gespräch, das dir noch nachgeht, obwohl es längst geklärt oder vorbei ist. Wenn dir gerade eine Situation einfällt: Genau da würden wir ansetzen. Nicht bei der Frage, ob die Reaktion "richtig" war, sondern bei dem, was dein Körper in diesem Moment getan hat.

Zweite Frage: Kennst du dieses Muster auch von jemand anderem in deiner Familie? Vielleicht reagiert deine Mutter, dein Vater oder ein Großelternteil ähnlich, sobald Kontrolle oder Sicherheit auf dem Spiel zu stehen scheinen. Vielleicht wurde in deiner Familie nie offen über Geld, Existenzängste oder Verlust gesprochen – und trotzdem liegt eine Anspannung über solchen Themen, die keiner erklären kann. Das kann etwas sein, das du übernommen hast, lange bevor es deine eigene Geschichte wurde.


Kein Etikett. Ein freier Blick.

Du musst nicht wissen, ob sich das offiziell "Trauma" nennen lässt. Bei der Rechnung ging es nie wirklich um 2.000 Euro. Es ging um etwas Älteres, das durch die Situation nur berührt wurde – eine Reaktion, die einmal sinnvoll war, weil sie einer echten Bedrohung galt, und die seitdem anspringt, sobald etwas sich auch nur entfernt danach anfühlt.


Genau da setzt meine Arbeit an. Nicht bei der Frage, welches Wort das Richtige ist, sondern dabei, das freizulegen, was du eigentlich schon weißt oder spürst, aber gerade nicht erreichen kannst. In der systemischen Aufstellungsarbeit wird sichtbar, wessen Geschichte du eigentlich mitträgst. Beim neurogenen Zittern (TRE) darf dein Nervensystem die Anspannung loslassen, die sich über Jahre in Schultern, Kiefer oder Bauch festgesetzt hat. Schritt für Schritt, an dem konkreten Punkt, den du mitbringst – egal, ob wir uns persönlich in Wismar oder Wedendorf begegnen, oder online, unabhängig davon, wo du wohnst.

Du musst nicht deine ganze Geschichte kennen, bevor du dich meldest. Ein einziges Bild reicht als Anfang – so wie bei mir eine Gasrechnung gereicht hat, um zu verstehen, dass es nie nur um die Rechnung ging.


[Kennenlerngespräch vereinbaren]

Kein Screening. Wir schauen uns gemeinsam das eine Bild an, das du mitbringst.


 
 
 

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